Erstgespräch in der Psychotherapie – was Sie erwartet

Das Erstgespräch in der Psychotherapie ist für viele Menschen mit Unsicherheit verbunden: Was wird gefragt? Muss ich schon alles erzählen? Und wie läuft so ein erstes Treffen überhaupt ab?
Gleich vorweg: Sie müssen nichts „richtig“ machen. Das Erstgespräch dient vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen und der Klärung, ob eine therapeutische Zusammenarbeit für Sie hilfreich sein kann. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Sie beim Erstgespräch in der Psychotherapie erwartet, wie Sie sich vorbereiten können und welche Fragen häufig gestellt werden.

Was ist ein Erstgespräch in der Psychotherapie?

Das Erstgespräch ist der erste persönliche Kontakt zwischen Ihnen und Ihrer Psychotherapeutin bzw. Ihrem Psychotherapeuten. Ziel ist es, einen Überblick über Ihre aktuelle Situation, Ihre Belastungen und Ihre Erwartungen an die Therapie zu bekommen.

Gleichzeitig haben auch Sie die Möglichkeit zu prüfen, ob Sie sich wohl und verstanden fühlen. Denn eine vertrauensvolle Beziehung ist eine der wichtigsten Grundlagen für den Therapieerfolg.

Typische Inhalte des Erstgesprächs sind:

  • Ihre aktuellen Beschwerden oder Sorgen

  • Ihr persönlicher Hintergrund (z. B. Familie, Arbeit, wichtige Lebensereignisse)

  • Ihre bisherigen Erfahrungen mit Beratung oder Therapie

  • Ihre Ziele und Wünsche für die Therapie

Es geht dabei nicht um eine vollständige Lebensgeschichte, sondern um ein erstes gemeinsames Bild Ihrer Situation.

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Welche Fragen werden im Erstgespräch gestellt?

Viele Menschen haben Angst, „ausgefragt“ zu werden. In Wirklichkeit ist das Gespräch meist offen und orientiert sich an dem, was Sie erzählen möchten.

Typische Fragen können sein:

  • Was hat Sie dazu bewegt, einen Termin zu vereinbaren?

  • Seit wann bestehen die Probleme oder Belastungen?

  • Was wünschen Sie sich von der Therapie?

  • Gibt es aktuell Krisen oder akute Belastungen?

Gibt es richtige oder falsche Antworten?

Nein. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Sie dürfen auch sagen, wenn Sie etwas noch nicht erzählen möchten oder nicht genau wissen, wie Sie etwas beschreiben sollen. Psychotherapie ist ein Prozess, der Zeit braucht.

Wie läuft das Erstgespräch konkret ab?

Das Erstgespräch dauert in der Regel zwischen 45 und 60 Minuten. Der Ablauf ist meist ähnlich wie bei späteren Sitzungen, jedoch mit stärkerem Fokus auf Kennenlernen und Orientierung.

Der Ablauf kann so aussehen:

  1. Kurze Erklärung zum Ablauf und zur Verschwiegenheitspflicht

  2. Sie schildern Ihr Anliegen in Ihrem eigenen Tempo

  3. Gemeinsames Klären, ob und wie Therapie sinnvoll sein kann

  4. Informationen zu Rahmenbedingungen (Kosten, Dauer, Frequenz)

Am Ende des Gesprächs wird oft besprochen, ob Sie sich weitere Termine vorstellen können und wie es weitergeht. Es besteht keine Verpflichtung, sofort eine Therapie zu beginnen.

Muss ich mich auf das Erstgespräch vorbereiten?

Eine spezielle Vorbereitung ist nicht notwendig. Viele Menschen machen sich jedoch im Vorfeld Gedanken über folgende Punkte:

  • Was belastet mich aktuell am meisten?

  • Seit wann gibt es diese Probleme?

  • Was erhoffe ich mir von der Therapie?

Sie können sich diese Punkte auch kurz notieren, wenn Sie Angst haben, im Gespräch etwas zu vergessen. Wichtig ist: Sie dürfen auch spontan erzählen, was Ihnen gerade einfällt. Das Gespräch darf sich entwickeln.

Wie wichtig ist die „Chemie“ zwischen Therapeut:in und Klient:in?

Die therapeutische Beziehung ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer Psychotherapie. Studien zeigen, dass das Gefühl, verstanden und ernst genommen zu werden, wesentlich zur Wirksamkeit beiträgt.

Wenn Sie nach dem Erstgespräch das Gefühl haben, dass Sie sich nicht wohlfühlen oder kein Vertrauen aufbauen können, ist es völlig in Ordnung, sich weiter umzusehen. Das bedeutet nicht, dass „etwas nicht stimmt“, sondern dass unterschiedliche Menschen unterschiedlich gut zueinander passen.

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Organisatorisches: Kosten, Absagen und Vertraulichkeit

Im Erstgespräch werden auch organisatorische Fragen geklärt, zum Beispiel:

  • Kosten pro Einheit

  • Dauer und Häufigkeit der Sitzungen

  • Absageregelungen

  • Abrechnung mit Krankenkassen (falls relevant)

Verschwiegenheit

Psychotherapeut:innen unterliegen einer gesetzlich geregelten Verschwiegenheitspflicht. Alles, was Sie erzählen, bleibt vertraulich und darf grundsätzlich nicht an Dritte weitergegeben werden. Ausnahmen bestehen nur in gesetzlich klar definierten Fällen.

Mehr Informationen dazu finden Sie z. B. auf der Website des Sozialministeriums:
👉 https://www.sozialministerium.gv.at

FAQ – Häufige Fragen zum Erstgespräch in der Psychotherapie

Muss ich im Erstgespräch schon alles erzählen?

Nein. Sie bestimmen selbst, was und wie viel Sie erzählen möchten. Das Erstgespräch dient der Orientierung und dem Kennenlernen. Viele Themen entwickeln sich erst im Laufe der Therapie. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie sich anfangs noch zurückhaltend fühlen.

Kann ich nach dem Erstgespräch noch absagen?

Ja. Das Erstgespräch verpflichtet Sie zu nichts. Sie können danach in Ruhe entscheiden, ob Sie weitere Termine vereinbaren möchten. Es ist wichtig, dass Sie sich mit Ihrer Entscheidung wohlfühlen und sich nicht unter Druck gesetzt fühlen.

Was, wenn ich beim Reden emotional werde?

Emotionen gehören zur Therapie dazu und sind willkommen. Viele Menschen empfinden Erleichterung, wenn sie Dinge erstmals aussprechen. Therapeut:innen sind darauf vorbereitet und begleiten Sie dabei professionell und respektvoll.

Was, wenn ich nicht genau weiß, was mein Problem ist?

Das ist sehr häufig der Fall. Sie müssen Ihr Anliegen nicht klar formulieren können. Gemeinsam wird im Gespräch herausgearbeitet, was Sie belastet und welche Themen im Vordergrund stehen könnten.

Wenn Sie überlegen, ob Psychotherapie für Sie hilfreich sein könnte, lade ich Sie herzlich zu einem unverbindlichen Erstgespräch ein, welches ich zu einem reduzierten Preis anbiete.
Gemeinsam klären wir in ruhiger Atmosphäre, was Sie brauchen und wie eine mögliche Unterstützung aussehen kann.

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